Der Deutsche Verband Unabhängiger Prüflaboratorien e.V. (VUP) hat in einer Sonderumfrage zu seinem Frühjahrs-Konjunkturbarometer 2026 die Veränderungen verschiedener Ausprägungen von DAkkS-Audits in der privatwirtschaftlichen Laborbranche abgefragt. Der Zeithorizont erstreckte sich von Dezember 2025 bis Mai 2026. Hintergrund waren die angekündigten Verbesserungen im Prozessmanagement seitens der Akkreditierungsstelle. Wie die Unternehmen die Veränderungen dieser Aspekte jeweils einschätzen und wie diese kommentiert wurden, zeigt die nachfolgende Analyse:
Veränderungen der Ausprägungen VON DAKKS-AUDITS

Zunächst zeigt sich, dass die angekündigten Verbesserungen bei DAkkS-Akkreditierungsaudits von den Unternehmen offenbar nicht wahrgenommen werden, denn die Einschätzungen zur Prozessqualität liegen deutlich im negativen Bereich. Dieses betrifft alle abgefragten Aspekte. Besonders ungünstig werden der Aufwand an Begutachtern vor Ort (-0,89; auf einer Skala von - 2 bis + 2) sowie die Verfahrensdauer bei Urkundenausstellung bewertet (-0,82). Direkt danach folgen bereits die Bearbeitungszeiten der Verfahren (-0,79) sowie die Zeitdauer der Audits vor Ort (-0,74). Legt man den allgemeinen Fachkräftemangel zugrunde, so besteht hier dringender Handlungsbedarf, da die knappen Ressourcen offenbar auch auf Seiten der DAkkS noch nicht effektiv genug eingesetzt werden.
Etwas besser wird hingegen allgemein die Kommunikation bewertet, obgleich auch hier Potenziale für Verbesserungen gesehen werden (-0,33; auf einer Skala von - 2 bis + 2). Zusätzlich stand den Mitgliedern die Möglichkeit der Kommentierung offen. Zum Aspekt der Kommunikation berichten Mitglieder, dass diese "schlecht bis nicht vorhanden" sei, da die Kundenbetreuung nicht gut organisiert wäre. Aber auch Bewertungen wie, "die Kommunikation hat sich verbessert, wobei das personenabhängig ist", zeigen, dass dieser Faktor als Pain Point nicht ganz oben auf der Liste steht.
Weitere Aspekte, welche kritisch gesehen werden sind die Fachkompetenz der Begutachter vor Ort, die Fokussierung auf Formalienprüfung statt auf Fachmethodik sowie ein daraus erwachsender Formalismus. Zudem fragen sich einige Mitglieder, weshalb die Zeitdauern und Begutachterzahlen sich im Vergleich zu vergangenen Begutachtungen nahezu verdoppelt haben, obwohl sich am Unternehmen und am Methodenumfang so gut wie nichts geändert habe. Damit einher geht der Wunsch nach einer Fokussierung der DAkkS auf ihre Kernaufgaben sowie die Steigerung der Effektivität von Begutachtungen durch Reduzierung von Aufwand und Kosten. Wenige Stimmen berichten aber auch bereits von einer solchen positiven Entwicklung, welche somit einen Lichtblick für die Zukunft erkennen lässt.